Der Gabelstapler denkt mit: Innovative Logistiklösungen für den Betrieb
23. Mai 2008 -
Einen neuen Ansatz zur Automatisierung sich täglich ändernder Materialflüsse innerhalb eines Unternehmens verfolgt das Projekt CogniLog. Der vom OFFIS mit dem Institut für Transportechnik und Automatisierung Hannover und der Fachhochschule Osnabrück gestellte Projektantrag überzeugte das niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur, das das Entwicklungsvorhaben mit 2,5 Mio. Euro fördert. Nun zeigen die Partner erstmals auf dem OFFIS Tag „Logistik“ am 3. Juni in Oldenburg ihren Ansatz zur Entwicklung eines sich selbst kognitiv konfigurierenden Logistiksystems.
Einfache Lösungen für komplexe Probleme: Die Natur macht es uns vor. Ob die Dachkonstruktion im
Stadion oder das Profil von Autoreifen - die Natur diente mit Spinnennetz oder Katzenpfote als
Ideengeber. Das Projekt CogniLog nimmt sich ebenfalls die Natur als Vorbild.
Komplexe und wechselnde Logistikabläufe, die zurzeit nur mit hohem Planungsaufwand
automatisiert werden können, ergeben sich insbesondere beim Entladen von Containern, beim
Cross-Docking, beim Umladen (Transshipment) oder beim Verpacken. Um diese Logistikabläufe zukünftig
besser zu organisieren und automatisieren, orientiert sich OFFIS an der Natur: Vielschichtige
Abläufe in der Logistik sollen wie Nervenzellen im Gehirn organisiert werden.
Gabelstapler und flexibel zusammengestellte Förderbänder bekommen eine eigene Intelligenz und
verknüpfen sich selbstständig per Funk zu einem denkenden Netz. Dieses „Gehirn“ organisiert und
kontrolliert den Transport. Barcode oder Funkchip werden überflüssig: Jede Bewegung wird
registriert und die Informationen begleiten die Ware wie ein Schatten.
Dazu werden alle logistischen „Nervenzellen“ rund um den Güterumschlag und innerbetrieblichen
Materialfluss mit Sensorik ausgestattet, wie sie bereits im Rahmen anderer Projekte im OFFIS
entwickelt wurde. Statusdaten des jeweiligen Umschlags- und Kommissionierungsprozesses können somit
permanent und aktuell erfasst werden. Dadurch wird der Warenstatus durch die Komponenten im
Logistikprozess bestimmt – nicht vom transportierten Gut. Der große Vorteil dieser flexiblen
Lösung: Sie spart Kosten und bedarf keiner Abstimmung mit Kunden und Lieferanten.
Am 3. Juni können Interessierte auf dem diesjährigen OFFIS Tag „Logistik“ mehr zu diesem und
weiteren aktuellen Forschungs- und Entwicklungsvorhaben erfahren. Kostenlose Anmeldung und
Programmdetails unter:
www.offis.de/veranstaltungen/offistag-2008/index.php
Über das Projekt:
Das Projekt ist auf fünf Jahre ausgelegt. Während der fünf Jahre werden am OFFIS geeignete
Sensoren und die Software entwickelt. Am ITA in Hannover wird die notwendige Ausgestaltung der
Fördertechnik erforscht. Die betriebswirtschaftliche Analyse der entwickelten Verfahren erfolgt
durch die Fachhochschule Osnabrück.
Die Projektleitung wird durch das Institut für Transport- und Automatisierungstechnik (ITA)
in Hannover wahrgenommen. Projektpartner sind u.a. die Unternehmen BLG, Hellmann Worldwide
Logistics, Bahn AG, Siemens und Siegling.
Der Projektantrag CogniLog wurde als hochschulübergreifender Innovationsverbund im Bereich
des Europäischen Strukturförderprogramms EFRE eingereicht und vom niedersächsischen Ministerium für
Wissenschaft und Kultur bewilligt. Fördervolumen 2,5 Mio. Euro.
 Von OFFIS entwickelt: per Funk kommu-
nizierende Nervenzellen für die Automati-
sierung von Logistiksystemen
Weitere Informationen:
www.offis.de
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