Neue Technik hilft alten Menschen beim Wohnen
18. März 2009 -
Oldenburger Informatikinstitut OFFIS entwickelt altersgerechtes Appartementmodell
Ein Fernseher, der das Hörgerät ersetzt. Ein Ergometer, das die Rehabilitation nach Herzinfarkten überwacht. Ein Elektroanschluss, der überblickt, welche Geräte gerade benutzt werden. Dass so die Zukunft einer altersgerechten Lebenswelt im häuslichen Umfeld aussehen könnte, zeigt ein vom Oldenburger Informatikinstitut Offis entwickeltes Modellprojekt.
Dabei handelt es sich um ein Appartement für Senioren, eine voll funktionstüchtige
Zwei-Zimmerwohnung mit Küche und Bad auf 48 Quadratmetern.
"Wir wollen, dass ältere Menschen länger in Würde in den eigenen vier Wänden komfortabel und
sicher leben können", beschreibt Jochen Meyer, Betriebsleiter im Forschungsbereich Gesundheit bei
Offis, das Ziel. Das sogenannte "Ideaal"-Senioren-Appartement, das am 4. Juni im Offis eröffnet
wird, soll als Testraum für neue Technologien verwendet werden, die die Lebensqualität im Alter
erhöhen und die Pflege vereinfachen können. Dabei werden laut Offis neuste Forschungs- und
Entwicklungsergebnisse berücksichtigt.
Ein Aspekt ist etwa die Sicherheit von Menschen, die sturzgefährdet sind. "In der Wohnung
werden Sensoren verteilt, mit denen wir überwachen können, ob ein Bewohner gestürzt ist. So kann
gegebenenfalls schnell Hilfe geholt werden", erläutert Meyer.
Hintergrund dieser Forschung ist der demografische Wandel in Deutschland. Immer mehr Menschen
werden immer älter. Diese Tatsache stellt auch die Technik in der Medizin vor neue
Herausforderungen. Das Informatikinstitut Offis ist gemeinsam mit Vertretern der Industrie an der
Entwicklung alltagsunterstützender intelligenter Assistenzsysteme beteiligt. Darauf basieren
assistierende Techniken für altersgerechtes Wohnen, moderne Audioverarbeitungssysteme und ärztliche
Frühwarnsysteme.
Um Forschungsergebnisse in die Praxis umzusetzen, arbeitet das Offis mit fünf weiteren
Kompetenzzentren aus dem medizinischen Bereich zusammen.
Quelle: Nordwest-Zeitung 18.03.09
Weitere Informationen:
www.offis.de
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